Über das Aushalten von Unsicherheit
Unsicherheit ist kein Problem, das gelöst werden muss. Manchmal ist sie die ehrlichste Antwort auf die Komplexität des Lebens.
DemnächstReflexion & Impuls
Ich schreibe, wenn mich etwas nicht loslässt. Über Haltung, über Krisen, über das, was Menschen trägt — und was sie manchmal auch aufhält.
Erster Gedanke · März 2026
Die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben keine Orientierungsprobleme im klassischen Sinne. Sie wissen, was wichtig ist. Sie wissen, was sie wollen. Und trotzdem kommen sie nicht vom Fleck — oder sie kommen voran, aber spüren, dass irgendetwas nicht stimmt.
Was fehlt, ist meist kein Wissen. Keine Methode. Kein besserer Plan. Was fehlt, ist ein Fundament, das auch dann hält, wenn der Kontext sich verändert. Wenn der Job wegfällt. Wenn eine Beziehung auseinanderbricht. Wenn der Körper streikt. Wenn das, was bisher funktioniert hat, plötzlich nicht mehr reicht.
Haltung ist das, was in diesen Momenten trägt — oder eben fehlt. Aber sie ist kein festes Fundament, das man entweder hat oder nicht hat. Sie ist etwas, das sich entwickelt: durch Erfahrung, durch Reflexion, durch das bewusste Hinschauen auf das, was wirklich ist. Haltung ist keine Eigenschaft — sie ist eine Praxis.
Das bedeutet: Sie ist veränderbar. Und genau deshalb ist sie coachbar. Nicht weil ein Coach einem sagt, wie man zu sein hat — sondern weil Bewusstwerdung der erste Schritt ist. Wer versteht, wie er sich zur Welt verhält, kann anfangen, diese Haltung bewusst zu gestalten.
Genau darum geht es in meiner Arbeit als Coach. Nicht um Strategien für die Krise — sondern um das Fundament, das du brauchst, damit du in der Krise überhaupt handlungsfähig bleibst.
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